{"id":91,"date":"2017-07-24T16:23:18","date_gmt":"2017-07-24T16:23:18","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.gestreift.eu\/?page_id=91"},"modified":"2022-01-24T17:01:21","modified_gmt":"2022-01-24T17:01:21","slug":"haltung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gestreift.info\/?page_id=91","title":{"rendered":"Haltung"},"content":{"rendered":"<h4>Vor der Anschaffung:<\/h4>\n<p>Sollte die Entscheidung zugunsten eines Streifenh\u00f6rnchens gefallen sein, geht es in die Vorbereitungsphase.<br \/>\nLeider sehen wir immer wieder Kunden im Zoofachgesch\u00e4ft, die den Laden mit einer Komplettausstattung und einer kleinen gr\u00fcnen Schachtel, die das Tier beinhaltet, verlassen.<br \/>\nDas ist bei Streifenh\u00f6rnchen, wie auch bei allen anderen Tieren, v\u00f6lliger Unsinn.<br \/>\nStreifenh\u00f6rnchen bilden Reviere, die wenig Ver\u00e4nderungen unterworfen sind. Das hei\u00dft, ein Umzug bedeutet immer einen gewissen Stress, der nicht kleiner wird, wenn in der Eingew\u00f6hnungsphase st\u00e4ndig im K\u00e4fig herumgebastelt wird und das Tier erst mal unn\u00f6tig lange Zeit in der Schachtel oder einem kleinen Transportk\u00e4fig verbleibt bis das neue Heim aufgebaut und mehr schlecht als recht eingerichtet ist..<br \/>\nEs ist am Besten f\u00fcr das Tier, wenn es nach einem m\u00f6glichst kurzem Transport gleich in einen weitgehend fertigen K\u00e4fig gesetzt werden kann und dort erst mal die Ruhe findet, die es ben\u00f6tigt, um sich einzugew\u00f6hnen.<br \/>\nDamit sich das Tier wohl f\u00fchlt, beziehungsweise die n\u00f6tigen Begebenheiten vorfindet, ist einiges an Vorbereitung n\u00f6tig.<\/p>\n<h5>1. Information:<\/h5>\n<p>Der zuk\u00fcnftige H\u00f6rnchenhalter sollte sich im Vorfeld \u00fcber das Tier informieren!<br \/>\nZur Information geh\u00f6rt auch die Suche nach einem geeigneten Tierarzt, der Erfahrung mit dieser nicht so verbreiteten Art von Nagetieren hat. Wenn ein solcher ben\u00f6tigt wird, ist es aufgrund des meist heftigen und schnellen Verlaufs der Erkrankungen meist zu sp\u00e4t erst dann einen geeigneten Tierarzt zu suchen wie wir leider schon erfahren mussten.<\/p>\n<h5>2. Der K\u00e4fig, die Voliere:<\/h5>\n<p>Da das sibirische Streifenh\u00f6rnchen ein absoluter Einzelg\u00e4nger ist, gehen wir bei den Empfehlungen selbstverst\u00e4ndlich von einem Einzeltier aus!<br \/>\nF\u00fcr ein Tier findet man verschiedene Mindestanforderungen.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich darf eine Voliere die Gr\u00f6\u00dfe von <strong>100 cm x 100 cm x 200 cm<\/strong> nicht unterschreiten! Und auch hier gilt: um so gr\u00f6\u00dfer um so besser.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-91 gallery-columns-2 gallery-size-large'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/gestreift.info\/?attachment_id=412'><img width=\"660\" height=\"672\" src=\"https:\/\/gestreift.info\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2170-1006x1024.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/gestreift.info\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2170-1006x1024.jpg 1006w, https:\/\/gestreift.info\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2170-295x300.jpg 295w, https:\/\/gestreift.info\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2170-768x781.jpg 768w, https:\/\/gestreift.info\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2170.jpg 1431w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/gestreift.info\/?attachment_id=287'><img width=\"660\" height=\"710\" src=\"https:\/\/gestreift.info\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/05C0BF31-9DB9-450D-A229-3803F8D48182-952x1024.jpeg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/gestreift.info\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/05C0BF31-9DB9-450D-A229-3803F8D48182-952x1024.jpeg 952w, https:\/\/gestreift.info\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/05C0BF31-9DB9-450D-A229-3803F8D48182-279x300.jpeg 279w, https:\/\/gestreift.info\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/05C0BF31-9DB9-450D-A229-3803F8D48182-768x826.jpeg 768w, https:\/\/gestreift.info\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/05C0BF31-9DB9-450D-A229-3803F8D48182.jpeg 1270w\" sizes=\"(max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Nat\u00fcrlich kann man auch mit etwas handwerklichem Geschick selber einen K\u00e4fig bauen was aber nat\u00fcrlich die geforderten Mindestmasse nicht ber\u00fchrt.<br \/>\nVorteile eines gekauften K\u00e4figs sind die einfache Handhabung und die erleichtere Hygiene durch die verwendeten Materialien Metall und Kunststoff. Nachteile sind der hohe Preis und die geringe Flexibilit\u00e4t sowie vor allem bei Kunststoffwannen eine gewisse Gefahr durch das Benagen der R\u00e4nder. Mit einem selbstgebauten K\u00e4fig kann man nat\u00fcrlich auch den vorhandenen Platz wesentlich besser nutzen.<br \/>\nBei einem gekauften K\u00e4fig oder einer gekauften Voliere, sollte man Fabrikate mit quer verlaufender Vergitterung bevorzugen, das erleichtert dem Tier das Klettern.<\/p>\n<p><strong>Volierengitter: Wir empfehlen beim Selbstbau Edelstahlgitter zu verwenden. <\/strong>Bei der Vogelhaltung ist ein Problem schon l\u00e4nger bekannt, dass die Tiere an Zinkvergiftungen versterben. Die Tiere nagen und klettern an dem verzinkten Gitter und nehmen das Gift beim Putzen auf.<\/p>\n<h5>3. Der Ort \/ Platz<\/h5>\n<p>Auch der Platz, an dem das neue Heim aufgestellt werden soll, spielt eine gewisse Rolle. Wie Ihr schon im Vorfeld erfahren habt, bevorzugt das tagaktive Tier die schattigen W\u00e4lder der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re, das bedeutet, der K\u00e4fig sollte hell, aber nicht vollst\u00e4ndig in der Sonne stehen.<br \/>\nDann muss der K\u00e4fig gesch\u00fctzt vor Zugluft stehen. Entweder ist der Platz gesch\u00fctzt oder man hat den K\u00e4fig durch Anbringen eines Windschutzes den Gegebenheiten anzupassen.<br \/>\nProbleme stellen Dachmansarden aufgrund der starken Aufheizung im Sommer dar. Hat man ausschlie\u00dflich ungew\u00f6hnlich hei\u00dfe R\u00e4umlichkeiten sind diese f\u00fcr ein solches Tier nicht geeignet. Die Streifenh\u00f6rnchen haben einen sehr engen Wasserhaushalt und dehydrieren sehr schnell, Hitzeschlag oder Nierenversagen sind vorprogrammiert.<br \/>\nMit K\u00e4lte haben Burunduks wesentlich weniger Probleme.<br \/>\nH\u00f6rnchen sind zwar relativ unempfindlich, was L\u00e4rm angeht, aber es sollte, vor allem am Anfang, nicht gerade ein Platz gew\u00e4hlt werden an dem hoher Durchgangsverkehr herrscht oder die Stereoanlage am Anschlag dr\u00f6hnt.<br \/>\nAuch vom Fernsehger\u00e4t ist ein gewisser Abstand angezeigt.<br \/>\nV\u00f6llig ungeeignet als Standort sind K\u00fcchen. Die Verletzungsgefahr, die Vergiftungsgefahr und die Bel\u00e4stigung mit Ger\u00fcchen disqualifizieren diesen Standort . Sollte das Tier aus dem K\u00e4fig kommen kann es leicht hinter die Einbaum\u00f6bel kommen, was gr\u00f6\u00dfere Bauma\u00dfnahmen zur Folge hat. Hei\u00dfe Herdplatten, Schneideger\u00e4te, ungeeignete Nahrung, D\u00e4mmstoffe, z.B. im Herd, Fettablagerungen hinter den Ger\u00e4ten usw. \u2013 die K\u00fcche und auch das Bad (zus\u00e4tzlich Ertrinken im WC) sind v\u00f6llig ungeeignet!<\/p>\n<h5>4. Einrichtung<\/h5>\n<p>Hier wird erst mal nur die ben\u00f6tigte Grundeinrichtung beschrieben \u2013 der Phantasie sind dar\u00fcber hinaus keine Grenzen gesetzt.<\/p>\n<p><strong>H\u00e4uschen:<\/strong> Mindestens zwei St\u00fcck, m\u00f6glichst in verschiedenen H\u00f6hen angebracht. Bew\u00e4hrt haben sich so genannte Vogelnistk\u00e4sten aus Holz (Gr\u00f6\u00dfe 21cm x 12,5cm x 13cm mit aufklappbarem Deckel und einem Einstiegsloch von ca. 7 cm Durchmesser). Eine Versiegelung des Holzes kann man durch Bienenwachs erzielen, da manche Tiere nicht gerade stubenrein sind.<\/p>\n<p><strong>Einstreu:<\/strong> Im Handel gibt es verschiedene M\u00f6glichkeiten. Verbreitet ist das Kleintierstreu aus Holzsp\u00e4nen. Alternativen sind Hanfeinstreu, Mais- oder Holzschaben, Korkgranulat, H\u00e4ckselstroh und Erde (unged\u00fcngt).<br \/>\nManche Tiere reagieren mit einer leichten Allergie, die sich durch Schnupfen \u00e4u\u00dfert, auf das ein oder andere Einstreu, dann muss man eine Alternative testen.<br \/>\nMan kann \u00fcber das Einstreu noch eine Schicht mit Rindenst\u00fcckchen legen, dann entspricht der Boden mehr der nat\u00fcrlichen Umgebung von H\u00f6rnchen.<\/p>\n<p><strong>Kletter\u00e4ste:<\/strong> Unsere Streifenh\u00f6rnchen sind Kletterk\u00fcnstler. Einige 2 \u2013 3 cm starke \u00c4ste d\u00fcrfen horizontal, vertikal und diagonal fest im K\u00e4fig verankert werden.<br \/>\nSelbst gesammelte \u00c4ste bitte erst hei\u00df abwaschen, vielleicht desinfizieren.<br \/>\nWer die M\u00f6glichkeit hat, kann die \u00c4ste Dampf strahlen, das w\u00e4re optimal.<br \/>\nEs bieten sich alle Laubbaumsorten au\u00dfer Eiche und Walnuss (Gerbs\u00e4ure) und Steinobst wie Kirsche (geringe Spuren \u201eAmygdalin\u201c, n\u00e4heres dar\u00fcber unter \u201eH\u00e4ufige Fragen\u201c \u2013 \u201eMandel\u201c, in der Rinde) an.<br \/>\nNadelbaum ist meist zu weich und zu harzig.<br \/>\nZus\u00e4tzlich, kann man starke Seile aus Naturfaser oder andere Kletterm\u00f6glichkeiten anbieten.<\/p>\n<p><strong>Aussichtsplattformen, Sitzbretter:<\/strong> In verschiedenen H\u00f6hen sollten entweder Sitzbretter oder kleine Plattformen montiert werden, da es der Natur des Tieres entspricht von erh\u00f6hten Aussichtsplattformen entweder \u201eWache\u201c zu halten oder lang ausgestreckt zu d\u00f6sen. Auch sind das die bevorzugten Fre\u00dfpl\u00e4tze.<\/p>\n<p><strong>Bodengestaltung:<\/strong> Burunduks sind Erdh\u00f6rnchen und lieben kleine Unterschl\u00fcpfe am Boden. Keramikblument\u00f6pfe mit Eingang, Holzkistchen, Korktunnel, Wurzeln, Weidentunnel u.s.w. werden gern angenommen.<\/p>\n<p><strong>Erde, Sand:<\/strong> Da die Tiere gerne graben ist ein gr\u00f6\u00dferer Topf mit Erde gerne gesehen. Nicht bis ganz oben f\u00fcllen. Die Erde fliegt sonst im hohen Bogen durch die Wohnung.<br \/>\nEin kleineres Gef\u00e4\u00df mit Chinchillasand wird gern zur K\u00f6rperhygiene genutzt \u2013 was f\u00fcr uns Wasser und Seife ist f\u00fcr H\u00f6rnchen ein Sandbad.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es noch viele andere Dinge, die unseren Tieren gefallen wie z.B. H\u00e4ngematten, Weiden- und H\u00e4ngebr\u00fccken und Schaukeln.<br \/>\nVon allen lackierten H\u00f6lzern und den ihm Handel angebotenen Strohnestern raten wir ab. Die Letzteren werden meist von einem rostigen Drahtgestell zusammengehalten.<\/p>\n<p><strong>5. Ern\u00e4hrung und ben\u00f6tigte Gef\u00e4\u00dfe: Dazu hielten wir es f\u00fcr n\u00f6tig ein eigenes Kapitel zu verfassen.<\/strong><\/p>\n<h4>Wenn die Entscheidung f\u00fcr ein Streifenh\u00f6rnchen gefallen ist<\/h4>\n<p>Ist nach eigener \u00dcberpr\u00fcfung und der Vorbereitung das Tier endlich da spalten sich unsere Empfehlungen in drei Bereiche, die Herkunft, die Eingew\u00f6hnungsphase und die Routinearbeiten.<br \/>\nBeginnen wollen wir mit der Herkunft der Tiere.<br \/>\nDann folgen Tipps, die dem Tier, aber auch dem Halter, die Gew\u00f6hnung aneinander erleichtern sollen.<br \/>\nAbschlie\u00dfend werden wir die immer wiederkehrenden Aufgaben vorstellen, wobei die Zeitangaben nicht absolut bindend sind, da die Tiere ein ausgepr\u00e4gt individuelles Verhalten besitzen.<\/p>\n<h4>Woher bekomme ich ein Tier?<\/h4>\n<h5>1. Tierheim und Tierschutz:<\/h5>\n<p>V\u00f6llig zu Unrecht etwas vergessen, vor allem f\u00fcr erwachsene Anf\u00e4nger. Nat\u00fcrlich ist das Alter der dort erh\u00e4ltlichen Tiere oft schwer zu sch\u00e4tzen. Aber im g\u00fcnstigsten Fall bekommt man ein Tier, dass einem jahrelang Freude bereitet, im schlimmsten Fall beschert man einem abgeschobenen oder entlaufenem Tier noch ein paar Monate oder wenige Jahre einen sch\u00f6nen Lebensabend und lernt dabei viel \u00fcber diese Tiere.<br \/>\nEine tier\u00e4rztliche Untersuchung der Tiere ist beim Zugang ins Tierheim Pflicht.<\/p>\n<h5>2. Privatabgaben<\/h5>\n<p>Oft werden Tiere \u00fcber Foren, Facebook-Gruppen oder Kleinanzeigen abgegeben, da das Tier doch nicht den Erwartungen entspricht. Hier lohnt es sich auf die Suche zu gehen.<\/p>\n<h5>3. Zoofachhandel:<\/h5>\n<p>Wir raten vom Kauf im Zoofachhandel ab, die Herkunft der Tiere ist unklar. Seri\u00f6se Z\u00fcchter geben keine Tier in den Zoofachhandel ab.<\/p>\n<h5>4. Z\u00fcchter:<\/h5>\n<p>Die Zucht von Burunduks ist seit 2016 in der EU verboten, die Tiere stehen auf der Liste der invasiven Arten der EU.<\/p>\n<h4>Eingew\u00f6hnungsphase:<\/h4>\n<p>Wie schon verschiedentlich festgestellt, ist das Burunduk ein revierbildendes H\u00f6rnchen, das immer noch wenig domestiziert ist. Daraus folgt, dass man den Tier die M\u00f6glichkeit geben muss, seinen K\u00e4fig\/seine Voliere in Besitz zu nehmen und sich an den Menschen zu gew\u00f6hnen.<br \/>\nUnsere Kleinen sind keine Intelligenzbestien, was bedeutet, dass dieser Vorgang einige Zeit in Anspruch nehmen kann.<br \/>\nHat man den neuen Hausgenossen in seine weitgehend fertige Voliere gesetzt, sollte es dort \u00fcber mehrere Wochen verbleiben. Als Faustregel werden oft 6 bis 8 Wochen angegeben, das kann aber je nach Verhalten deutlich abweichen.<br \/>\nBeginnt das Tier sich feste Schlafpl\u00e4tze einzurichten, bestimmte Kotpl\u00e4tze zu ben\u00fctzen und zeigen sich bevorzugte Ruhe und Aufenthaltspl\u00e4tze kann man von einer Akzeptanz des neuen Reviers ausgehen.<br \/>\nAuch die Ann\u00e4herung sollte schrittweise und langsam erfolgen. Zumindest am Anfang sollte man, bis auf die t\u00e4gliche F\u00fctterung, auf Eingriffe in den K\u00e4fig verzichten. Das H\u00e4uschen, das von dem H\u00f6rnchen bevorzugt wird als R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit und meistens dann auch Schlafplatz ist v\u00f6llig (!!!) tabu.<\/p>\n<p>Sollte das Tier am Anfang sehr zur\u00fcckhaltend sein gibt es ein paar Tricks um das Eis zu brechen.<\/p>\n<ul>\n<li>In der K\u00e4fign\u00e4he langsame und ruhige Bewegungen und keine hohe L\u00e4rmbel\u00e4stigung.<br \/>\nDieses ist vor allem bei der F\u00fctterung zu beachten.<\/li>\n<li>Um das Tier an die menschliche Stimme zu gew\u00f6hnen kann man sich ruhig in K\u00e4fign\u00e4he setzen und dem Tier laut vorlesen \u2013 vielleicht ein Buch \u00fcber die Haltung von H\u00f6rnchen?<\/li>\n<li>Bei Abwesenheit ruhig mal das Radio (ein Sender mit viel Gespr\u00e4ch) oder ein H\u00f6rbuch vorspielen. Auch das gew\u00f6hnt das Tier an die menschliche Stimme.<\/li>\n<li>Langsame Ann\u00e4herung mit \u201eLeckerlies\u201c, wenn das Tier au\u00dferhalb seines H\u00e4uschens sitzt. Dazu muss man nicht in den K\u00e4fig langen, das kann man durch die St\u00e4be geben.<br \/>\nNicht entt\u00e4uscht sein, wenn es nicht gleich klappt. Die Ann\u00e4herung eines so gro\u00dfen \u201eRaubtieres\u201c l\u00f6st nat\u00fcrlich, vor allem Anfangs, einen Fluchtreflex aus. Jeder weitere Zentimeter, den das Tier von Zeit zu Zeit zul\u00e4sst, ist ein Erfolg.<br \/>\nIns H\u00e4uschen wird nicht reingelangt oder davor \u201erumgefuchtelt\u201c, auch nicht mit etwas \u201eFeinem\u201c in der Hand.<\/li>\n<li>Geduld! Der Schl\u00fcssel zum Erfolg ist Geduld.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hat man das Gef\u00fchl, das H\u00f6rnchen ist auch im Kopf in seinem neuen Revier angekommen und es zeigt eine gewisse Gew\u00f6hnung an den Menschen ist Zeit f\u00fcr den ersten Freilauf.<br \/>\nBereitet bitte das Zimmer sorgf\u00e4ltig vor, beseitigt so weit wie m\u00f6glich Gefahrenquellen (Kabel, leicht umst\u00fcrzende schwere Gegenst\u00e4nde, Giftpflanzen, offene Getr\u00e4nke, usw. \u2013 mehr dazu in einem gesonderten Bereich) und \u00fcberpr\u00fcft schwer zug\u00e4ngliche Verstecke wie einen Einbauschrank, hinter den das Tier durch eine Fuge verschwinden kann.<br \/>\nDer erste Freilauf sollte an einem Tag ohne Zeitdruck erfolgen damit man die ganze Zeit anwesend sein kann und das Tier nicht pl\u00f6tzlich in wilden Jagdszenen, die viel gewonnenes Vertrauen wieder zerst\u00f6ren k\u00f6nnen, wieder einfangen muss, weil man weg muss.<br \/>\nAm Besten, dieser erste Freilauf erfolgt am morgen vor der F\u00fctterung. Erst nachdem das Tier den K\u00e4fig verlassen hat, frisches Futter, ggfls. mit Leckerlies und Wasser in den K\u00e4fig stellen \u2013 Hunger und Durst sind ein gro\u00dfer Anreiz f\u00fcr das Tier in den K\u00e4fig zur\u00fcck zu gehen.<br \/>\nAm Anfang schlie\u00dft sich die K\u00e4figt\u00fcr, wenn das Tier das erste Mal zur\u00fcck geht um zu futtern, sp\u00e4ter wird der Ausflug ausgedehnt. Das Tier muss merken, dass es immer wieder raus kommt, auch wenn am Anfang das T\u00fcrchen hinter Ihr zuf\u00e4llt.<\/p>\n<h4>Die Routine:<\/h4>\n<p>T\u00e4glich ist das Wasser und das Futter zu erneuern.<br \/>\nDer Zeitaufwand betr\u00e4gt h\u00f6chstens 15 min.<br \/>\nNat\u00fcrlich sollte auch jeden Tag ein gewisses Zeitquantum aufgewandt werden um sich mit dem Tier zu besch\u00e4ftigen oder um es an sich zu gew\u00f6hnen. Einen Zeitvorschlag wollen wir hier nicht geben, da das auch von Faktoren wie Berufst\u00e4tigkeit oder Familie abh\u00e4ngig ist.<br \/>\nNur, wer dieses vernachl\u00e4ssigt, sollte sich nicht wundern, wenn das Tier sehr zur\u00fcckhaltend bleibt.<br \/>\nJede Woche sind einmal alle Futtersch\u00fcsseln nass auszuwischen.<br \/>\nDie K\u00e4figreinigung ist von der K\u00e4figgr\u00f6\u00dfe und der Einstreudicke abh\u00e4ngig.<br \/>\nAuch die Sitzbretter und Ruhepl\u00e4tze sollten mit warmem Wasser abgewischt werden. Meistens suchen sich die Streifis eine Toilettenecke in der Volieren, diese alle paar Tage reinigen.<br \/>\n2-mal im Jahr ist eine \u00a0Grundreinigung angesagt \u2013 das beinhaltet:<br \/>\n&#8211; Wechsel des Streus<br \/>\n&#8211; die Reinigung und Desinfektion des\/der Schlafh\u00e4uschen(s). Ansonsten sind diese in Ruhe zu lassen.<br \/>\n&#8211; das Abreiben und Desinfizieren der Kletter\u00e4ste. Materialien aus Stoff (H\u00e4ngematten) sind ja nach Verschmutzungsgrad au\u00dfer der Reihe zu reinigen, waschen.<br \/>\n&#8211; Das Reinigen der K\u00e4figgitter mit hei\u00dfem Wasser. Von Reinigungsmitteln (Vergiftungsgefahr, Gesundheitsgef\u00e4hrdung) raten wir dringend ab.<\/p>\n<p>Die fest eingebauten Einrichtungsgegenst\u00e4nde (\u00c4ste, Kletterhilfen, Sitzbretter) sollten ca. alle zwei Jahre ausgewechselt werden. Aber das sollte nicht in einer \u201eHau Ruck\u201c Aktion, sondern St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck passieren. Eine v\u00f6llige Ver\u00e4nderung des Reviers w\u00fcrde das Tier verunsichern. Wenn Ihr alle 2 Wochen einen Ast austauscht geht diese Erneuerung ohne Stress f\u00fcr das Tier \u00fcber die B\u00fchne.<\/p>\n<p>Wir wissen, das war ein langes und anstrengendes Kapitel. Aber solltet Ihr alle Ratschl\u00e4ge beherzigen und ein wenig Phantasie und gesunden Menschenverstand walten lassen, steht einer sch\u00f6nen und interessanten Zeit mit einem Sibirischen Streifenh\u00f6rnchen, nach unserem Ermessen, nichts mehr im Wege.<\/p>\n<p><a href=\"#\">nach oben<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor der Anschaffung: Sollte die Entscheidung zugunsten eines Streifenh\u00f6rnchens gefallen sein, geht es in die Vorbereitungsphase. Leider sehen wir immer wieder Kunden im Zoofachgesch\u00e4ft, die den Laden mit einer Komplettausstattung und einer kleinen gr\u00fcnen Schachtel, die das Tier beinhaltet, verlassen. Das ist bei Streifenh\u00f6rnchen, wie auch bei allen anderen Tieren, v\u00f6lliger Unsinn. 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