{"id":88,"date":"2017-07-21T08:54:57","date_gmt":"2017-07-21T08:54:57","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.gestreift.eu\/?page_id=88"},"modified":"2022-01-23T16:28:32","modified_gmt":"2022-01-23T16:28:32","slug":"anschaffung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gestreift.info\/?page_id=88","title":{"rendered":"Anschaffung"},"content":{"rendered":"<h5>\u00a0\u00dcberlegungen vor der Anschaffung<\/h5>\n<p>Die erste Frage muss, wie eigentlich bei jedem anderen Haus- oder Heimtier, lauten:<br \/>\n\u201ePasst dieses Tier zu mir und passe ich mit meinen Anspr\u00fcchen auch zum H\u00f6rnchen?\u201c<br \/>\nZur Beantwortung dieser Frage sollte man nat\u00fcrlich sowohl die Bed\u00fcrfnisse und speziellen Eigenarten des Tieres kennen als auch ehrlich zu sich selber sein.<br \/>\nHier mal eine \u201eCheckliste, die man auf jeden Fall in allen Punkten im Sinne des Tieres beantworten sollte. Ansonsten sind zumeist erheblich Probleme vorprogrammiert.<\/p>\n<h4>1. Suche ich ein \u201eKuscheltier\u201c?<\/h4>\n<p>In diesem Fall m\u00fcssen wir abraten.<br \/>\nStreifenh\u00f6rnchen k\u00f6nnen mit erheblichem Zeitaufwand zutraulich werden aber daf\u00fcr gibt es keine Garantie. Dazu sind diese Tiere einfach zu wenig domestiziert.<br \/>\nEs gibt sowohl Tiere, die bei Ihrem Halter auf der Schulter sitzen, als auch Tiere, die trotz liebevollster Bem\u00fchungen die Scheu vor dem Menschen nie ganz verlieren.<br \/>\nWenn ich aber schon Freude daran empfinde, diesen quirligen kleinen \u201eRackern\u201c bei ihrem Tagwerk zuschauen zu d\u00fcrfen, bin ich auf dem richtigen Weg.<\/p>\n<h4>2. Bin ich bereit dem Tier den ben\u00f6tigten Platz zur Verf\u00fcgung zu stellen?<\/h4>\n<p>Obwohl das Streifenh\u00f6rnchen nur etwa so gro\u00df wie ein Goldhamster ist, ist sein Platzbedarf aufgrund seiner Bewegungsfreude enorm.<br \/>\nDringend anzuraten ist eine Gr\u00f6\u00dfe von <strong>100 cm x 100cm x 200 cm f\u00fcr ein einzelnes Streifenh\u00f6rnchen! Um so gr\u00f6\u00dfer um so besser. <\/strong><\/p>\n<h4>3. Komme ich mit den jahreszeitlich bedingten \u201eStimmungsschwankungen\u201c zurecht?<\/h4>\n<p>Das \u201etheoretische Durchschnittsh\u00f6rnchen\u201c durchl\u00e4uft im Jahr vier unterschiedliche Phasen.<br \/>\nIm Fr\u00fchjahr sind die Tiere paarungsbereit, was mit hormonell bedingten \u201eEigenarten\u201c verbunden ist.<br \/>\nWeibchen geben die Paarungsbereitschaft durch andauerndes und durchdringendes Pfeifen, bzw. \u201eTr\u00e4llern\u201c zu verstehen. Diese Laut\u00e4u\u00dferung ist so andauernd und durchdringend (durch ein geschlossenes Fenster ca. 30 m weit zu h\u00f6ren), dass jeder Kanarienvogel blass vor Neid wird und h\u00e4lt periodisch \u00fcber ca. zwei Tage an mit dazwischen liegender ca. 10t\u00e4giger Ruhephase.<br \/>\nManche B\u00f6ckchen markieren ihr Revier in dem sie an den Gitterst\u00e4ben h\u00e4ngend aus dem K\u00e4fig urinieren.<br \/>\nDer Sommer ist die Idealzeit; ca. 4 Monate ohne Stress zum Genie\u00dfen.<br \/>\nIm Herbst wird es besonders schwierig.<br \/>\nEinige Tiere werden aufgrund ihres Sammeltriebs, bzw. ihrer Sammelwut \u00e4u\u00dferst aggressiv und bei\u00dfen auch gerne die Hand, die sie f\u00fcttert.<br \/>\nDas kann so schlimm werden, dass ein Freilauf kaum noch m\u00f6glich ist.<br \/>\nUns sind Halter bekannt, die mit Handschuhen, Schal und M\u00fctze w\u00e4hrend des Freilaufs im Zimmer sa\u00dfen weil sie Angst vor der Wut ihres Tieres hatten.<br \/>\nIm Winter h\u00e4lt entweder diese Aggressivit\u00e4t an oder das Tier \u201everschwindet\u201c in die Winterruhe(Herabsenkung der K\u00f6rpertemperatur) und entzieht sich bis zu 4 Monaten dem Halter.<br \/>\nAllerdings sind auch die aktiven Tiere zunehmend inaktiv und tr\u00e4ge.<\/p>\n<h4>4. Habe ich andere Haustiere?<\/h4>\n<p>Ein Zusammenleben mit einem nat\u00fcrlichen Fre\u00dffeind, vor allem einer Katze ist quasi ausgeschlossen. Die meisten H\u00f6rnchen w\u00fcrden diesen permanenten Stress aufgrund ihrer instinktiven Angst fr\u00fchzeitig mit dem Leben bezahlen.<br \/>\nAuch Hunde oder Frettchen k\u00f6nnen problematisch sein.<\/p>\n<h4>5. Habe ich die Zeit?<\/h4>\n<p>Streifenh\u00f6rnchen sind ausgepr\u00e4gt tagaktiv, d.h. bei normaler Berufst\u00e4tigkeit bekommt man das Tier w\u00e4hrend der Monate mit kurzen Tagen fast nur an den Wochenenden zu Gesicht.<br \/>\nAllerdings ist das Tier in ausreichend gro\u00dfen K\u00e4figen mit guter Ausstattung nicht unbedingt auf die Gesellschaft von Menschen angewiesen und kann sich gut selber besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<h4>6. Wie vertragen sich Streifenh\u00f6rnchen und Kinder?<\/h4>\n<p>Eines vorweg: Streifenh\u00f6rnchen sind aus verschiedenen Gr\u00fcnden nichts f\u00fcr Kinder!<br \/>\nManche Gr\u00fcnde wie Herbstbissigkeit und die fehlende Eignung als \u201eKuscheltier\u201c sind schon erw\u00e4hnt.<br \/>\nEin weiterer Grund ist die f\u00fcr Kleinnager ungew\u00f6hnlich hohe Lebenserwartung von ca. 7 Jahren. In dieser Zeit \u00e4ndern Kinder und \u201eTeenager\u201c ihre Interessen des \u00d6fteren und es besteht die Gefahr, dass das Tier irgendwann vernachl\u00e4ssigt wird.<br \/>\nWenn z.B. ein 10j\u00e4hriger ein Jungtier geschenkt bekommt begleitet ihn die Verantwortung daf\u00fcr bei normaler Lebenserwartung bis zur Vollj\u00e4hrigkeit.<\/p>\n<h4>7. Bin ich \u201ekleinlich\u201c?<\/h4>\n<p>Aufgrund ihres Bewegungsdrangs m\u00fcssen die Tiere, m\u00f6glichst t\u00e4glich, frei im Zimmer laufen d\u00fcrfen. Dabei entwickeln sich die Tiere gerne zu kleinen Chaoten.<br \/>\nZum einen \u201everlieren\u201c sie dabei schon mal den ein oder anderen Kotkegel oder ein kleines \u201ePf\u00fctzchen\u201c.<br \/>\nAuch folgen sie unbedingt ihrem Instinkt und verstecken \u00fcberall Futter.<br \/>\nBlument\u00f6pfe werden begeistert v\u00f6llig \u201eumgestaltet\u201c, die Erde wird durchw\u00fchlt und die Pflanze ausgegraben \u2013 eine Riesensauerei!<br \/>\nUnd \u201elast, but not least\u201c; wie der Name \u201eNagetier\u201c schon sagt, nichts ist vor ihren Z\u00e4hnen sicher, Tapete, M\u00f6bel, Kabel, Teppiche, Kissen u.s.w..<\/p>\n<h4>8. Neige ich dazu Tiere zu \u201evermenschlichen\u201c?<\/h4>\n<p>Leider eine ziemlich typische Erscheinung bei vielen Tierhaltern.<br \/>\nEin so wenig domestiziertes Tier wie das Streifenh\u00f6rnchen wird so etwas sehr schnell mit mangelnder Gesundheit oder mit dem vorzeitigen Ableben quittieren.<br \/>\nAuch wenn der Mensch Gesellschaft liebt oder gar ben\u00f6tigt, das Streifenh\u00f6rnchen nicht!! Es ist ein <strong>Einzelg\u00e4nger<\/strong>, das Artgenossen au\u00dferhalb der Paarungszeit meist \u00e4u\u00dferst aggressiv gegen\u00fcber steht.<br \/>\nLeider sind wir gegen\u00fcber ungesunder oder ungeeigneter Ern\u00e4hrung sehr anf\u00e4llig. Das Streifenh\u00f6rnchen wird allerdings, nicht zuletzt auf Grund seiner physiologischen Struktur, die vermeintlich gut gemeinte Gabe ungeeigneter \u201eLeckerlies\u201c wie z.B. Schokolade sehr schnell mit seiner Gesundheit bezahlen.<\/p>\n<p>Sollte ich mir \u00fcber alle diese Punkte im Klaren sein und diese zu Gunsten des Tieres entschieden haben, steht dem Einzug eines Streifenh\u00f6rnchens nichts mehr im Wege.<br \/>\nSollte ich einzelne Punkte nicht akzeptieren k\u00f6nnen m\u00fcsse ich einen passenderen Gef\u00e4hrten suchen.<\/p>\n<p><a href=\"#\">nach oben<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0\u00dcberlegungen vor der Anschaffung Die erste Frage muss, wie eigentlich bei jedem anderen Haus- oder Heimtier, lauten: \u201ePasst dieses Tier zu mir und passe ich mit meinen Anspr\u00fcchen auch zum H\u00f6rnchen?\u201c Zur Beantwortung dieser Frage sollte man nat\u00fcrlich sowohl die Bed\u00fcrfnisse und speziellen Eigenarten des Tieres kennen als auch ehrlich zu sich selber sein. 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