Die Gefahr auf dem Fensterbrett

Vieles, was auf dem Fensterbrett für etwas Atmosphäre in der Wohnung sorgt, ist leider nicht ganz ungefährlich für unsere kleinen Hausgenossen, manches, wie z.B. die Diffenbachia, Diffenbachia Seguine, ist sogar so giftig, dass eine solche Pflanze schon in Anwesenheit von Kindern unbedingt entfernt gehört.
Wir können nicht auf alle Pflanzen eingehen, die es auf unseren Fensterbrettern gibt. Aber wir hoffen, ein breites Spektrum abzudecken und geben zum Schluss noch 2 Links zu Giftdatenbanken an, wo man die ein oder andere exotische Pflanze, die hier nicht berücksichtigt wurde, überprüfen kann.

Information zu den Giftklassen
Die Angabe der Wirkstoffmengen erfolgt in Form bestimmter Wertzahlen, Einheiten, als ED50 (Effektivdosis) oder LD50 (Letale Dosis)

<<LD50; Eine Dosis pro kg Körpergewicht, die bei einmaliger oraler Aufnahme und 14-tägiger Beobachtungszeit 50% der Versuchstiere tötet, wird LD50 (Letale Dosis) genannt. LD50-Werte werden zur Abschätzung der akuten Toxizität bestimmter Stoffe benutzt. Stoffe können dadurch Toxizitäts-Klassen zugeordnet werden.

Stark giftig: LD50: 25mg/kg Körpergewicht
giftig: LD50: 25-200mg/kg Körpergewicht
Schwach giftig: LD50: 200-2000mg/kg Körpergewicht>> (Zitat 3)

Generell gefährliche Pflanzenfamilien: Aronstabgewächse, Nachtschattengewächse, Primelgewächse, Wolfsmilchgewächse, …
Auch alle Pflanzen, bei denen eine medizinische Wirkung nachgewiesen ist, sind natürlich auch giftig – auf die Dosierung kommt es an.

Aloe, Bitterschopf, Aloe spp.
Familie: Liliengewächse, Liliaceae
Giftige Pflanzenteile: Milchsaft
Hauptwirkstoffe: Aloine (v.a. Barbaloin, Isobarbaloin), freies Aloë-Emodin.
Gefahrenklasse: Giftig
Amaryllis, Ritterstern, Hippeastrum spp.
Familie: Narzissengewächse, Amaryllidaceae
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze, vor allem die Zwiebel
Hauptwirkstoffe: Lycorin, Tazzettin, Haemanthamin, Hippeatrin, Galanthamin, Montanin, Hippacin, Pancracin.
Gefahrenklasse: Stark Giftig
Alpenveilchen, Cyclamen persicum mill.
Familie: Primelgewächse, Primulaceae
Giftige Pflanzenteile: Vor allem die Knolle, der Saft der Knolle ist hautreizend
Hauptwirkstoffe: Saponine, bes. Triterpensaponin = Cyclamin in glykosischer Bindung
Gefahrenklasse: Giftig
  Aukube, Aucuba japonica
Familie: Hartriegelgewächse
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Iridoidglykoside (Aucobin)
Gefahrenklasse: Giftig
  Arecapalme, Pinangpalme, Areca catechu
Familie: Palmen, Arecaceae
Hauptwirkstoffe: 0,3-0,6% Alkaloide, 0,1-0,5% des Hauptalkaloids Arecolin und Arecadin, Arecolidin, Guvacolin, Guvacin
Gefahrenklasse: Giftig
Azalee, Rhododendron simsii planch
Familie: Heidekrautgewächse, Ericaceae
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Acetylandromedol=Ursolsäure (Tripen)
Gefahrenklasse: Giftig – Stark Giftig
  Bajonettpflanze, Bogenhanf, Sansevieria
Familie: Agavengewächse, Agavaceae
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Org. Säuren, ein hämolytisch wirkendes Sapogenin
Gefahrenklasse: Giftig
  Becherprimel, Primula obconica
Familie: Primelgewächse
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Primin
Gefahrenklasse: Giftig – Stark Giftig
Begonie, Schiefblatt, Begonia
Familie: Schiefblattgewächse, Begoniaceae, ca. 800 Arten
Hauptwirkstoffe: Gelöste Oxalsäure, Leucoanthocyane; bei Knollenbegonien auch Curcurbitacin B
Gefahrenklasse: Giftig – Ungiftig
Buchsbaum, Buxus sempervirens
Familie: Buchsbaumgewächse, Buxaceae
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Alkaloidgemisch, Hauptalkaloid Buxin (Cyclobuxin), Nebenalkaloiden wie Buxanin, Buxatin, Buxandrin und andere
Gefahrenklasse: Stark Giftig
  Brunfelsia, Brunfelsia pauciflora
Familie: Nachtschattengewächse, Solanaceae
Hauptwirkstoffe: Alkaloide
Gefahrenklasse: Giftig
Buntnessel, Coleus Blumei
Familie: Lippenblütler, Lamiaceae
Giftige Pflanzenteile: Blätter
Hauptwirkstoffe: Äth. Öle m. 43% Carvacrol, Oxalessigsäure
Gefahrenklasse: Schwach Giftig
  Christusdorn, Dornenkrone, Euphorbia milli
Familie: Wolfsmilchgewächse, Euphorbiaceae
Hauptwirkstoffe: Triterpene, Diterpenester des Ingenols, Millamine A-G
Gefahrenklasse: Giftig (hautreizend)
Clivie, Klivie, Riemenblatt, Clivia miniata
Familie: Narzissengewächse
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Blätterenthalten 0,06% Alkaloide( 47% Lycorin, 25% Clivimin, 3%Clivatin)
Getrocknete Pflanze enthält 0,43% Lycorin
Gefahrenklasse: Giftig
Dieffenbachia, Schweigrohr, Diffenbachia seguine
Familie: Aronstabgewächse, Araceae
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze, besonders der Stamm
Hauptwirkstoffe: <<Die Wirkstoffe sind noch nicht eindeutig festgestellt. Es handelt sich aber um Glycoside, Alkaloide und Saponine sowie um Calciumoxalat-Nadeln.
Beim Berühren der Pflanze öffnen sich sogenannte Schießzellen, welche die Nadeln und die anderen Giftstoffe herausschießen und somit zu Verletzungen der Haut und des Auges führen können.>> (Zitat 4)
Sogar das abgeflossene Gieswasser soll stark giftig sein
Gefahrenklasse: Stark Giftig
Efeu, Eppig, Grabefeu, Wintergrün, Hedera Helix
Familie: Efeugewächse, Araliaceae
Hauptwirkstoffe: Die Saponine Alpha- und Beta-Hederin, Falcarinol, Didehydrofalcarinol und Sesquiterpene.
Gefahrenklasse: Giftig
Efeutute, Scindapsus pictus
Familie: Aronstabgewächse
Giftige Pflanzenteile: Triebe, Blätter
Hauptwirkstoffe: Wie bei der Diffenbachia nicht geklärt
Gefahrenklasse: Giftig
Einblatt, Blattfahne, Spathiphyllum floribundum
Familie: Aronstabgewächse
Giftige Pflanzenteile: Blätter und Stiele
Hauptwirkstoffe: Caliumoxalat und den Scharfstoff Aroin
Gefahrenklasse: Giftig
Engelstrompete, Datura suareolens
Familie: Nachtschattengewächse
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Scopolamin (ca. 80%), Hyoscyamin, Atropin
Gefahrenklasse: Stark Giftig
Ficus-Arten, Gummibaum, Feigenbaum-Arten, Ficus spp.
Familie: Maulbeerbaumgewächse, Moraceae
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Milchsaft der Ficus-Arten: Harz, Kautschuk, Furocoumarine, flavonoide Verbindungen, Proteine.
Gefahrenklasse: Giftig
Fingerhut, Digitalis
Familie: Rachenblütler, Scrophulariaceae
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Digitalin, Digitoxin (schweres Herzgift), Gitaloxin, Gitarin, Gitoxin
Gefahrenklasse: Stark Giftig
Flamingoblume, Blütenschweif, Schwefelblume, Anthurium Scherzerianum
Familie: Aronstabgewächse
Hauptwirkstoffe: Wie bei der Diffenbachia nicht geklärt
Gefahrenklasse: Giftig

Gebänderte Lanzenrosette, Silbervase Aechma fasciata
Familie: Ananasgewächse, Bromeliaceae
Giftige Pflanzenteile: Blätter
Hauptwirkstoffe: Calciumoxalat, proteolytische Enzyme
Gefahrenklasse: Schwach Giftig (hautreizend)

  Glanzkölbchen, Aphelandra squarrosa
Familie: Bärenklaugewächse, Acanthaceae
Hauptwirkstoffe: Nicht eindeutig zu bestimmen
Gefahrenklasse: Schwach Giftig
Glücksklee, Oxalis deppel (Saisongeschenk an Silvester)
Familie: Sauerklee, Oxalidaceae
Giftige Pflanzenteile: Blätter
Gefahrenklasse: Schwach Giftig (hautreizend)
Grünlilie, Brautschleppe, fliegender Holländer, Chlorophytum sternbergianum
Familie: Liliengewächse
Giftige Pflanzenteile: Samen
Hauptwirkstoffe: Saponine
Gefahrenklasse: Schwach Giftig
  Kaladie, Buntwurz, Caladium bicolor
Familie: Aronstabgewächse
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Calciumoxalat, ätzender Saft
Gefahrenklasse: Giftig
Kalanchoe, Flammendes Kätchen, Kalanchoe blossfeldiana
Familie: Dichblattgewächse, Crassulaceae
Giftige Pflanzenteile: Blätter, Stengel
Hauptwirkstoffe: Bufadienolide (Daigremontianin), Cotyledontoxin
Gefahrenklasse: Giftig - Schwach Giftig
Kalla, Zimmerkalla, Papierblume, Zantedeschia aethiopica, Calla aethiopica
Familie: Aronstabgewächse
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Scharfstoffe, wenig Leucocyanidin, Calciumoxalate, Oxalsäure
Gefahrenklasse: Giftig
Korallenbäumchen, Solanum pseudocapsicum
Familie: Nachtschattengewächse
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Solanocapsin, und weitere Alkaloide
Gefahrenklasse: Giftig
  Korallenmoos, Netera granadensis
Familie: Rötegewächse, Rubiaceae
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Toxin und Wirkmechanismus sind unbekannt
Gefahrenklasse: Schwach Giftig
Kroton, Wunderstrauch, Krebsblume, Codiaeum voriegatum pictum
Familie: Wolfsmilchgewächse
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Evtl. Phorbolester, Toxalalbumine
Gefahrenklasse: Giftig
  Madagaskarpalme, Pachypodium lamerei
Familie: Hundsgiftgewächse, Apocynaceae
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Pachypodin (Pfeilgift)
Gefahrenklasse: Giftig
  Nesselschön, Paradiesnessel, Katzenschwanz, Acalypha hispida
Familie: Wolfsmilchgewächse
Hauptwirkstoffe: Diterpenester im weißen Milchsaft
Gefahrenklasse: Schwach Giftig
Oleander, Rosenlorbeer, Nerium oleander
Familie: Hundsgiftgewächse
Giftige Pflanzenteile: vor allem Samen und Blüten
Hauptwirkstoffe: Cardenolidglykoside (schweres Herzgift), Oleandrin, Neriosid. Auch getrocknet giftig
Gefahrenklasse: Stark Giftig
Palmfarn, Cycas revoluta
Familie: Farnpalmen/Palmfarne, Cycadaceae
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze, Samen
Hauptwirkstoffe: Glycosid Cycasin, Aminosäure Beta-methylamino-L-alanin, ein weiteres unidentifiziertes Toxin.
Gefahrenklasse: Giftig
Passionsblume, Passiflora caerulea L.
Familie: Passionsblumengewächse, Passifloraceae
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Alkaloide (Flavonoide, Saponine); reife Früchte ungiftig.
Gefahrenklasse: Schwach Giftig
Peyote Kaktus, Lophophora, Lophophora williamsii
Familie: Kaktusgewächse, Cactaceae
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: ca. 50 Alkaloide, das Haupt-Alkaloid ist Meskalin.
Gefahrenklasse: Stark Giftig
Philodendron, Baumfreund, Baumlieb, oder/und Fensterblatt, Monstera deliciosa oder/und Philodendron spp.
Familie: Aronstabgewächse
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze
Hauptwirkstoffe: Calciumoxalatnadeln (Raphide), Oxalsäure
Gefahrenklasse: Giftig
Wandelröschen, Bergsalbei, Lantana camara
Familie: Eisenkrautgewächse, Verbenaceae
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze, vor allem die Früchte
Hauptwirkstoffe: Lantanin, Lantaden B, Iceterogenin, Sesquiterpen, Triterpene
Gefahrenklasse: Giftig
  Weihnachtsstern, Adventsstern, Euphorbia pulcherrima
Familie: Wolfsmilchgewächse
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze, vor allem der Pflanzensaft
Hauptwirkstoffe: unbekannt, variiert von Exemplar zu Exemplar von schwach bis stark giftig
Gefahrenklasse: Stark Giftig - Schwach Giftig
  Zimmerimmergrün, Catharanthus roseus
Familie: Hundsgiftgewächse
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze, vor allem Wurzel
Hauptwirkstoffe: Über 100 verschiedene Alkaloide und Flavone
Gefahrenklasse: Stark Giftig
Erwähnt werden muss noch eine Pflanze, die normaler Weise nicht auf dem Fensterbrett steht aber in vielen Haushalten vorhanden ist. Der dort enthaltene Giftstoff Nicotin gehört zu den stärksten Pflanzengiften überhaupt, die LD50 liegt schon bei 2mg/kg Körpergewicht. Das gilt auch für Zigaretten und Krümel, die herumliegen oder den Rauch. Auf dem Bild seht ihr einen Ziertabak.
Tabak, Nicotiana tabacum
Familie: Nachtschattengewächse, Solanaceae
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze, nur der reife Samen ist ungiftig
Hauptwirkstoffe: Pyridinalkaloide Nicotin (Gehalt in den Blättern 0,6-9%), Anabasin, Anatabin und viele andere chemische Verbindungen. Die Trocknung zerstört das Nicotin nicht.
Gefahrenklasse: Stark Giftig

 

Vorsicht ist auch bei Blumensträußen geboten. Als giftig sind z.B. bekannt:

Akelei, Christrose, Chrysantheme, Eisenhut, Herbstzeitlose, Hyazinthe, Iris, Klatschmohn, Krokus, Maiglöckchen, Narzisse/Osterglocke, Rittersporn, Schwertlilie, Sumpfdotterblume, Tulpe und einige mehr.

Sollte die gesuchte Pflanze hier nicht aufgeführt sein empfehlen wir:

http://www.botanikus.de
Nicht ganz vollständig aber sehr übersichtlich

http://www.vetpharm.unizh.ch/perldocs/index_x.htm
Vollständig, umfassend, Gute Suchfunktion – einfach annährend perfekt.

Es müssen jetzt nicht sofort die Fensterbretter „entlaubt“ werden, viele Tiere haben ein ganz gutes Gespür, welche Pflanzen sie in Ruhe lassen sollten und welche nicht. Bei den schwach giftigen, sogar bei den giftigen Arten kann es reichen, wenn man das Verhalten des Tieres beobachtet – Ficus und Philodendron werden z.B. auch gerne nur zum Klettern verwendet.
Geht das Streifenhörnchen aber an die Blätter oder gräbt zu exzessiv in der Erde, die man allerdings mit großen Kieselsteinen oder Gittergeweben schützen kann, dann müssen auch die giftigen Arten in ein anderes Zimmer.
Die stark giftigen Arten sollte man unbedingt entfernen, da selbst das durch die Erde gesickerte Wasser schon eine tödliche Gefahr darstellt – und unsere Hörnchen lieben nach eigenen Beobachtungen gerade solch abgestandenes Wasser.

Hier danken wir vor allem „Ricos Futterkiste“ info@ricos-futterkiste.de für die Erlaubnis, dass wir unter anderem Ihre Aufstellung von Giftpflanzen benutzen konnten.