Im Laufe der Jahre haben wir festgestellt, dass es einige Probleme oder Ereignisse innerhalb des Bereiches der Streifenhörnchenhaltung gibt, die in den Foren ca. 80% der Postings ausmachen, obwohl sie immer wieder kehren.
Zum Teil stellen verschiedene Personen innerhalb eines Forums direkt nacheinander wieder und wieder dieselbe Frage.
Das liegt einfach daran, dass viele Probleme oder Veränderungen des Tieres jahreszeitlich bedingt sind, also immer die ganze Hörnchen-Gemeinschaft betreffen.
Aber irgendwie schreibt immer jeder drauf los ohne zu schauen ob nicht vielleicht ein anderer auch schon das Problem gehabt hat.
Natürlich ist jedes Tier, vor allem vom subjektiven Standpunkt gesehen, einzigartig, was aber nicht ausschließt, dass sie trotzdem eine gemeinsame Physiologie und ein gemeinsames soziales Grundverhalten besitzen.

Hier findet Ihr eine Zusammenstellung und Auswahl der Fragen, die immer wieder gestellt werden.
Natürlich sind wir keine Utopisten und wissen, dass trotz dieses Beitrags einfach weiterhin drauf los gefragt wird; wir werden uns dann aber erlauben die Fragesteller auf diesen Text zu verweisen und ersparen uns dadurch ein und dieselbe Antwort innerhalb kürzester Zeit immer wieder nieder zu schreiben.

 

Fragestellungen / Stichworte:

1. „Hilfe, mein Hörnchen beißt (… ist aggressiv)“
2. „Mein Hörnchen hat geschwollene Hoden (… dicke Eier)“
3. „Mein Hörnchen pfeift (… zwitschert)“
4. „Paarhaltung ./. Einzelhaltung“
5. „Mein Tier sieht krank aus (… schlecht aus)!“
6. „Mein Tier wird nicht zahm“
7. „Winterschlaf“
8. „Mandeln“
9. „Verträgt sich mein Hörnchen mit anderen Haustieren?“
10. „Weiße Hörnchen“ (Albinos)

„Hilfe, mein Hörnchen beißt (… ist aggressiv)“

Dieses Problem ist der Renner im Herbst/Winter und taucht bis ins Frühjahr hinein auf.
Die Ursache liegt im Herbst/Winter am Sammeltrieb der Streifenhörnchen.
Um den immensen Lagerbedarf zu befriedigen muss das Hörnchen Unmengen von Futter sammeln und sieht in jedem anderen Lebewesen, das nach dem Futter greift einen Konkurrenten und greift diesen an. Dieser Trieb seine Vorräte zu schützen geht soweit, dass es völlig Größen- und Kräfteunterschiede ignoriert – es gehorcht einzig und allein dem Trieb Futter zu sammeln und dieses zu verteidigen.
Es kann auch nicht unterscheiden zwischen „Füttern“ und „Futterklau“, es sieht nur, dass der Mensch die Hand am Futter hat und beißt in selbige.
Manche Tiere, vor allem diejenigen, die keinen Winterschlaf halten, haben im Frühjahr ein wenig Probleme aus diesem Verhalten herauszufinden, da in dieser Zeit durch die Paarungsbedingte Hormonumstellung weitere „verwirrende“ Probleme für das Tier dazu kommen.
Auch bei nicht artgerechter Haltung, vor allem Paarhaltung, kann es zu Aggressionen kommen, ausgelöst durch den damit verbundenen Stress.
Eine Sterilisation/Kastration ist in diesem Falle nicht nur lebensgefährlich für so ein kleines Tier (Gefahr der Narkose) sondern auch völlig sinnlos, da dieses nichts mit den Hormonen zu tun hat.
Da die Tiere aber kein ausgeprägtes Langzeitgedächtnis besitzen, kann die Frühlingsaggression auch einfach durch die Entfremdung vom Halter, vor allem bei winterschlafenden Tieren, hervorgerufen werden.
Bewährt gegen diese Aggressionen haben sich dagegen stark parfümierte Handcremes, Handschuhe und/oder „Kampfspiele“, bei dem man den Tieren unter Zuhilfenahme z.B. eines Stofftieres Gelegenheit gibt Aggressionen abzubauen.
In ganz schlimmen Fällen muss das Tier halt mal ein paar Tage im Käfig verbringen.

„Mein Hörnchen hat geschwollene Hoden (… dicke Eier)“

Im Frühjahr schwellen, bedingt durch die Paarungsbereitschaft, die Geschlechtsorgane sowohl der Weibchen als auch der Männchen an. Während dies bei den Weibchen ziemlich unspektakulär ist, ist der Veränderung bei den Böckchen „unglaublich“, vor allem für Neulinge unter den Haltern.
Oft denkt der besorgte Halter an einen Tumor.
Die Hoden treten, eingebettet in einen dunkelhäutigen Hautsack, zum Teil so deutlich hervor, dass man den Eindruck hat, sie schleifen beim Laufen fast auf dem Boden.
Das ist völlig natürlich, für das Tier schmerzfrei und keinerlei Anlass zur Besorgnis.

„Mein Hörnchen pfeift (… zwitschert)“

Hier ist das Pendant der Weibchen zu den „geschwollenen Hoden“ der Böckchen. Die Weibchen signalisieren ihre Paarungsbereitschaft durch anhaltendes Pfeifen und Zwitschern, ähnlich einem Kanarienvogel.
Normalerweise dauert diese Lautäusserung bis zu 2 Tage, dann ist 8-10 Tage Ruhe um dann wieder von vorne zu beginnen, und das über die ganzen Frühjahrsmonate.
Bei manchen Weibchen tritt dieses Zeichen der Paarungsbereitschaft noch mal im Herbst auf (Hörnchen können, müssen aber nicht, zwei Würfe im Jahr haben).
Auch das ist kein Problem für das Tier, kann aber leicht zu einem Problem für die Nerven des Halters werden.
Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass man dieses Pfeifen durch ein geschlossenes Fenster 30 m weit auf die Straße hören kann!

„Paarhaltung ./. Einzelhaltung“

Eine zentrale und höchst emotionale Frage der Hörnchenhaltung! Hier steht immer Ärger ins Haus!
Grundsätzlich sind Sib. Streifenhörnchen Einzelgänger, wer dem widerspricht tut das entweder aus geschäftlichem Interesse um mehr Tiere zu verkaufen, aus falsch verstandener „Tierliebe“ (nicht alles, was für den Mensch gut ist, tut auch dem Tier gut – das Problem der „Vermenschlichung“!) oder aus einer Mischung von Dummheit und Ignoranz gegenüber allen Erkenntnissen.
Die Folge ist immer der plötzliche Tod eines der Tiere, sei es durch Bisse oder ohne äußere Anzeichen durch den damit verbundenen Stress.
Die viel zitierten „Ausnahmen“ von der Regel sind meist gar keine. Jungtiere bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres sind noch nicht Revier bildend, das heißt hier treten auch oft noch keine Aggressionen auf. Bei einigen Tieren geht es darüber hinaus auch noch einige Zeit, manchmal sogar einige Jahre gut – aber jederzeit und auch völlig ohne vorherigen Anzeichen kann dieses friedliche Verhältnis kippen und der eine Teil eine am Vorabend noch harmonischen Paares liegt mit halb weggefressenem Schädel tot im Käfig!
Natürlich gibt es Volieren, die eine Paarhaltung zulassen. In der EU – Empfehlung, die z.B. im Österreich schon gesetzlich umgesetzt worden ist und auch für die Schweiz gilt, ist eine Käfiggröße bei Kleinhörnchen (besonders erwähnt: „Tamias“!) von 2 qm bei 2 m Höhe (Quelle: „BGBl. II Ausgegeben am 17. Dezember 2004 – Nr. 486“ der Republik Österreich) zwingend vorgeschrieben.

„Mein Tier sieht krank aus (… schlecht aus)!“

Auch wenn es kaum zu glauben ist, genau so wird oft gefragt. Nicht einmal Symptome werden beschrieben.
Für kleinere Auffälligkeiten haben wir die „Notfallseite“ eingerichtet, bei Apathie, struppigem Fell, matten Augen, starken Atemgeräuschen, schwerer Atmung, großflächigen Verletzungen usw. ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen.
Ein Forum oder eine E-Mail sind kein Mittel dem Tier zu helfen, unter anderem fehlt uns, selbst bei einer gut gemeinten Beschreibung ,der wichtige augenscheinliche Eindruck und man verliert bei dem nur geringen Fenster für eine Erfolgs versprechende Behandlung einfach zuviel Zeit.

„Mein Tier wird nicht zahm“

Auch hier zweifeln wir oft an dem gesunden Menschenverstand des Fragestellers.
Oft wird diese Frage schon ca. 2 Tage nach Einzug des neuen Tieres gestellt.
Hörnchen müssen, um diese natürliche Scheu abzulegen, Vertrauen fassen. Da sie nicht gerade zu den Intelligenzbestien im Tierreich gehören dauert es einfach meist eine Weile, bis sie erkennen, dass von uns keine Gefahr ausgeht. Außerdem sind sie in ihrer natürlichen Umgebung Nahrungsgrundlage für fast alle Raubtiere und Greifvögel, was es dem Tier nicht einfacher macht sich einem Wesen anzunähren, dass ca. 800 mal größer und schwerer ist als es selber.
Ein paar Tricks findet Ihr unter „Eingewöhnungsphase“ in der Rubrik „Haltung“ – der Schlüssel zu einer harmonischen Beziehung im Rahmen der Möglichkeiten beider Lebewesen ist aber auf jeden Fall Geduld, Geduld und nochmals Geduld!

„Winterschlaf“

Hier unterteilt sich die Problematik in 3 Bereiche:
- Mein Tier hält keinen Winterschlaf, was soll ich machen?
- Mein Tier hält Winterschlaf, was ist zu beachten?
- Wie lange dauert der Winterschlaf?

„Mein Tier hält keinen Winterschlaf, was soll ich machen?“

Nix – das ist bei Wohnungstieren oft so. Der Literatur zufolge wird der Winterschlaf, vermutlich durch eine längere Absenkung der Durchschnittstemperatur auf unter 10 Grad Celsius ausgelöst. Diese Temperatur wird in Wohnungen meist überschritten, nicht aber in der Freigehegehaltung oder in besonderen Räumen (Gartenhäuschen, Büros, Speicher, ausgebaute Kellerräume usw.)
Bei manchen Tieren ist aber der Instinkt, Winterruhe zu halten noch so ausgeprägt, dass sie auch im warmen Wohnzimmer zumindest zeitweise in den Winterschlaf fallen. Die nicht schlafenden Tiere fahren allerdings auch ihre Aktivität weit runter, schlafen lang und ziehen sich früh zurück und dösen auch über Tag immer wieder.
Zwar gilt, dass der Winterschlaf das Immunsystem stärkt aber auch nicht schlafende Tiere haben das biblische Alter von 14 Jahren erreicht.

„Mein Tier hält Winterschlaf, was ist zu beachten?“

Das ist einfach – ein solches Tier sollte völlig in Ruhe gelassen werden. Um den Stoffwechsel zu entlasten wird eine Körpertemperatur von ca. 1 Grad Celsius erreicht – der Energieaufwand diese Körperfunktionen bei einer Störung wieder hochzufahren ist enorm, ein durch Störungen geschwächtes Tier kann sogar daran sterben, dass es nicht mehr genug Reserven besitzt aus diesem starren Zustand zu erwachen.
Da der Winterschlaf alle paar Tage (ca. 10 Tage) zur Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme und dem Koten unterbrochen wird, ist immer frisches Wasser und eine energiereiche Nahrung (Obst, Grundfutter, geschälte Nüsse) bereit zu stellen.
Da das Tier nur selten aktiv ist können Störungen wie Käfigreinigung in dieser Zeit entfallen. Gegenüber anderen Geräuschen wie Staubsaugen oder Musik sind die gut gepolsterten Schlafhöhlen weitgehend isoliert – man muss ja nicht mit der Ritzendüse unter dem Käfig rumfuchteln oder versuchen mit den Lautsprechern einen Lärmwettbewerb gegen eine Großflughafen zu gewinnen.

„Wie lange dauert der Winterschlaf?“

Bis zum 17. März – Nein, Spaß beiseite – er dauert solange, wie er eben dauert, zum Teil sogar bis Ende März.
Manche Tiere schlafen ein paar Tage, andere mehrere Monate, auch innerhalb der Wohnung.
Generell hat sich gezeigt, dass mit länger anhaltenden Wärmeperioden auch immer mehr Tiere erwachen – mag sein, dass sie dies durch das längere Lüften der Räume oder aufgrund der Wärmeeinstrahlung durch die Fenster mitbekommen.
Auf jeden Fall ist ein Schlaf bis weit in den März hinein zwar lange aber durchaus im Rahmen – bei Tieren in Außenhaltung sowieso!

„Mandeln“

Es gibt wohl kein Thema, bei dem mehr Unsinn und „Latrinenparolen“ im Umlauf sind, wie das Thema „Mandeln“.
Deswegen wollen wir das ausführlicher behandeln.
Kern dieser Verwirrung ist die Aussage das Mandeln Blausäure enthalten.
Das ist genauso falsch wie die Jahrzehnte alte Mär, das Spinat besonders viel Eisen enthält!
Zuerst einmal unterscheidet man 3 Arten von Mandeln, die Süßmandel, die Krachmandel und die Bittermandel.
Die ersten beiden kann man völlig vernachlässigen bzw. unbedenklich verfüttern. Süßmandeln bekommt man ohne Probleme in jedem Lebensmittelgeschäft.
Diese enthalten ca. 50% fettige Öle, 25-35% Eiweißstoffe und ca. 10% Zucker und finden z.B. in der Marzipanherstellung Verwendung.
Problematisch ist einzig und allein die Bittermandel, die wesentlich seltener ist und meist nur als Aromat angeboten wird. Aber auch diese enthält keine Blausäure.
Der gefürchtete Wirkstoff der Bittermandel ist unter der Bezeichnung “Amygdalin“ (von „amygdále“, griech. für Mandel) bekannt, das ca. 4 % ausmacht.
Dieses Glykosid, das sich auch in den Kernen von Aprikosen, Kirschen usw. vorfindet wird mit dem menschlichen Enzym Emsulin sowie Wasser und Luft in Traubenzucker, Benzaldehyd und Blausäure zersetzt.
Als tödlich giftig gelten bei Erwachsenen ca. 120 Stück, bei Kindern 5-12 Stück.
Es wurde bis heute nicht geklärt ob das Burunduk dieses Amygdalin ebenfalls aufspalten kann – es liegt aber die Vermutung nahe, dass dieses nicht der Fall ist.
Zum einen ist der Verdauungsapparat des Streifenhörnchens anders, z.B. viel kürzer aufgebaut, was es dem Tier ermöglicht die für uns giftigen Pilze wie z.B. den Fliegenpilz als Nahrung zu nutzen.
Auch scheinen Früchte, bzw. deren Steine, die nicht so gefürchtet sind wie die Mandel und unbedenklich verfüttert werden wie Kirschen keine Wirkung auf die Hörnchen zu haben obwohl bei dem nur ca. 100 gr. schweren Tier schon geringste Mengen umgewandeltes Amygdalin tödlich sein müsste.
Es macht keinen Sinn, die Mandel generell zu verteufeln und gleichzeitig Kirschen mit Kern dem Tier anzubieten.
Bitte, wenn Ihr bei der Mandel nicht sicher seit, dann lasst sie weg – es gibt genug Alternativen unter den Nüssen – aber dann lasst auch genauso die Finger von allen Steinobstkernen, die genau den gleichen Stoff enthalten.
Ansonsten wird diese Panikmache gegenüber der Mandel endgültig zum völligen Quatsch!

„Verträgt sich mein Hörnchen mit anderen Haustieren?“

Das Hörnchen ist ein kleines Nagetier, wie jede Maus auch. Anzunehmen, das die Gesellschaft einer Katze oder eines Frettchens (Waldiltis aus der Familie der Marder, dem Todfeind der Hörnchen) in irgendeiner Weise Sinn macht zeugt von einem völligen Verlust des einfachsten Denkvermögens des Fragestellers.
Hunde sind in dieser Beziehung etwas „geeigneter“ – abhängig von der Rasse und deren Charakter. Hunde mit ausgeprägtem Jagdinstinkt wie Terrier und andere Jagdhundrassen sind sicher völlig ungeeignet.
Empfehlen werden wir eine solche „Lebensgemeinschaft“ aber bei keiner Rasse, auch wenn wir uns vorstellen können, dass ein Hütehund oder ein Bernhardiner durchaus keine Gefahr fürs Hörnchen darstellt.
Allerdings spielt bei einem Fluchttier wie dem Burunduk auch der Stress, ausgelöst durch den Geruch und dem Anblick eines Raubtieres, das es instinktiv als solches erkennt, eine Rolle. Die ist auf jeden Fall zu bedenken.
Vögel stellen im Allgemeinen kein Problem dar – es sollte halt nicht beim Freilauf und dem Diebstahl von Futter in die Fänge oder in Schnabelreichweite eines Großpapageis geraten.
Allerdings sind die Futter- und Wasserschüsseln der Hörnchen z.B. durch ein Dach vor dem Vogelkot zu schützen.
Andere Nager scheinen, unter dem Vorbehalt, dass diese getrennt untergebracht sind, weder Hörnchen noch Hamster, Kaninchen, Maus, …. zu stören.
Aber Vorsicht, das Burunduk könnte versuchen den Nachwuchs, wie bei Vögeln auch, zu erbeuten. Eine Ausnahme bilden Ratten oder z.T. auch Mäuse. Ratten können extrem aggressiv sein und werden, wie die Streifenhörnchen auch, oft frei laufen gelassen. Eine Begegnung wäre für das Streifenhörnchen im Falle eines Kampfes wohl tödlich.
Auch sterben diese Tiere, die Ratten wie die Mäuse, überproportional oft an Krankheiten und/oder Tumoren, welche eine Schwächung des Immunsystems zur Folge haben. Kommt das Hörnchen mit einem so erkrankten Tier, dessen Kot oder angefressenem Futter in Berührung, besteht höchste Lebensgefahr für das Tier.
Bei Fischen ist auf eine richtige Abdeckung des Aquariums zu achten. Ein Tier, das beim Trinken oder aus Neugier abrutscht hat keine Chance an dem glatten Glas das Wasser wieder zu verlassen. Da das Burunduk kein guter Schwimmer ist ertrinkt das Tier innerhalb kürzester Zeit jämmerlich!
Spinnen, Reptilien, Skorpione, Amphibien und ähnliche Exoten sind meist in eigenen geschlossenen Terrarien (Wärme, Luftfeuchtigkeit) untergebracht, so dass eine Begegnung ausgeschlossen sein sollte.

„Weiße Hörnchen?“

Immer wieder werden „weiße Streifenhörnchen“ nachgefragt oder/und angeboten.
Da der Preis für solche Tiere höher liegt wie bei naturfarbenen Tieren, wurde in diese Richtung zeitweise auch recht exzessiv gezüchtet.
Immer wieder taucht dann die Frage auf, ob diese Tiere sowohl in der Lebenserwartung als auch in Fragen der Gesundheit den „normalen“ Burunduks entsprechen.
Im Allgemeinen kann man das aus mehreren Gründen verneinen – folgende Punkte sollen dieses belegen.

1. Die Lüge: Weiße Hörnchen werden als „Farbschlag“ bezeichnet – das ist Quatsch.
Farbschläge gibt es bei vielen Tieren, die verschiedene Grundfarben haben, z.B, Pferde. Albinismus in welcher Form auch immer ist kein „Farbschlag“ sondern ein Gendefekt, also eine Krankheit. Das beschädigte Gen verhindert, dass der Körper Melanin bildet, entweder ganz, Albinismus totalis, oder teilweise, z.B. Albinismus circumscriptus.
Das die meisten Tiere dennoch schwarze Augen und eine leichte Zeichnung im Fell haben weißt auf eine bestimmte Form des Albinismus an, den Leukismus, Albinismus circumscriptus. Reine Albinos, hier liegt dann Okulokutaner Albinismus Typ 1, Albinismus totalis, vor, sind sehr selten.

2. Die Primärfolgen: Das Melanin ist verantwortlich für den Schutz der Haut gegenüber der natürlichen UV-Strahlung. Fehlt dieses Melanin kommt es bei Bestrahlung durch das Sonnenlicht schnell zur Bildung von Bläschen und die Gefahr an Hauttumoren zu erkranken steigt erheblich an.
Im Gegensatz zum Menschen hat das Tier noch einen gewissen zusätzlichen Schutz durch das Fell, welches aber durch die fehlende Pigmentierung ebenfalls sehr lichtdurchlässig ist.

3. Die Sekundäreffekte: << Diese Erkrankung geht auch mit vielen Sekundäreffekten einher. So findet man in sehr vielen eine Störung der Sehbahnen. Damit ist keine generelle Erblindung gemeint, sondern vielmehr Variationen im Sehspektrum oder auch bei der Schärfe. Eine andere Störung bezieht sich auf die Hörbahnen. Viele Tiere (den Menschen inklusive) die an Albinismus erkrankt sind, leiden an Minderung des Hörvermögens. Diese Umstand hat zur der These geführt, daß weiße Katzen/Tigerinnen schlechte Mütter sind. Aufgrund dieser Hörstörung können diese Tigerinnen ihren Nachwuchs nicht hören, wenn dieser beispielsweise Hunger hat oder in Gefahr ist. Welpen weißer Tiger werden deswegen häufig von anderen Tieren, oder auch dem Menschen, großgezogen - soweit dies die Umstände erlauben.>> (Zitat 5)
Das bezieht sich auf Tiger – allerdings sehen wir keinen Grund anzunehmen, dass es irgendeinen Anlass gibt, der es rechtfertigt, diese Störungen nicht auf andere Tiere zu übertragen!

4. Der „menschliche“ Faktor: Noch vor wenigen Jahren waren diese Tiere so nachgefragt, dass völlig skrupellos versucht wurde mit In- und Linienzucht die Nachfrage zu befriedigen, allerdings in einem Rahmen, dass die Nachfrage nur in soweit befriedigt wurde, dass der Preis (z.T. das Doppelte gegenüber den naturfarbenen Tieren) auf einem hohen Niveau gehalten werden konnte.
Das betrifft nicht alle Züchter, aber vor allem auf dem Gebiet der Klein- und Hobbyzüchter wurde bös Schindluder getrieben.
Dieser Gefahr sind jetzt auch die „zimtfarbenen“ Tiere ausgesetzt, wobei es sich hier tatsächlich um einen Farbschlag handelt.