Dieser Bereich wird in 6 Untergebiete aufgegliedert:

1. Equipment, Ausstattung
2. Grundfutter
3. Zusatzfutter
4. Besondere Nahrung
5. Flüssigkeitsversorgung
6. Das ist nix!

Das Sibirische Streifenhörnchen gehört zu den Tieren, die eine sehr breite Ernährungsgrundlage, sowohl auf pflanzlicher Basis als auch mit tierischem Eiweiß benötigen.

1. Equipment, Ausstattung

Bewährt haben sich Futterschüsseln aus Edelstahl oder Keramik. Kunststoffe werden leicht angenagt und die Splitter können zu Verletzungen führen
Auch sollte man mehrer Futterschüsseln anbieten, da man dadurch eine bessere Übersicht über die Futterangewohnheiten erhält.
In einer Schüssel wird das Grundfutter, in einer zweiten größere Nüsse und Saaten und in einer dritten verderbliche Nahrung (Obst, Insekten) angeboten.
Am besten werden die Schüsseln im Gitter eingehängt oder auf erhöhte Plattformen gestellt – auf den Boden gestellte Näpfe werden gerne umgeworfen oder/und verschmutzt.

Für das Verabreichen von Flüssigkeit verwendet man entweder eine Nagertrinkflasche oder einen kleinen Napf, welcher ins Gitter eingehängt wird. Das ist von der Vorliebe des betreffenden Tieres abhängig.
Trinkflaschen schützen die Flüssigkeit zwar besser vor Verschmutzung aber einige Tiere sind einfach nicht in der Lage die dazu nötigen Fertigkeiten zu erlangen.
Bei Näpfen soll das Wasser täglich gewechselt werden, bei geschlossenen Trinkflaschen mind. alle 2 Tage.

2. Grundfutter

Das Grundfutter sollte abwechslungsreich und auf sehr breiter Basis gestaltet sein um dem Tier zum einen eine möglichst breite Versorgung mit Nährstoffen zukommen zu lassen und dem Umstand Rechnung tragen, dass die Streifenhörnchen sehr wohl verschiedene Geschmäcker haben und auch öfters ihre Vorlieben wechseln.
Inhalt: Sonnenblumen weiß, Sonnenblumen gestreift, Kardi, Dari, Buchweizen, Mariendistel, Hanf, Kürbiskerne, Melonenkerne, versch. Baumsaaten, Hagenbuttenkerne, Haferkerne, Weizen, Kanariensaat, Silberhirse, Hafer, Milokorn, Wicken, Paddy-Reis, Mungobohnen, Azukibohnen, versch. getrockneten Früchte, Berberitze, Sternanis, Pinienkerne, Glanz, Katjang, Fichtensamen.
Ein leicht gehäufter Esslöffel pro Tag ist ausreichend, im Herbst darf es auch ein wenig mehr sein damit das Tier seinem Sammeltrieb nachkommen kann.

 

 

3. Zusatzfutter

Pflanzliche Produkte:
Da ist vor allem das Obst zu erwähnen. Da die Tiere in vielem sehr individuell sind, auch in Bezug auf Geschmack, muss man mit den Obstsorten ein wenig experimentieren um die Vorlieben seines Tieres kennen zu lernen.
Apfel, Zwetschge, Pflaume haben abführende Wirkung und sollten auf keinen Fall verfüttert werden wenn das Tier Durchfall hat.
Da ist dann eher Banane aufgrund ihrer stopfenden Wirkung angezeigt.
Auch Kiwi, Erdbeere, kernlose Trauben, Granatapfel, Mandarine, Heidelbeere, Himbeere, Brombeere, Melone, Gurke und Mango werden gerne genommen.
Bei Steinobst bitte die Steine entfernen da diese in geringem Maße Blausäure enthalten können (z.B. Kirsche).
Zur Verabreichung von Medikamenten in Tropfenform oder als Globuli (kleine Pillen) haben sich halbierte Trauben sehr bewährt.
Haselnüsse, Walnüsse, Pekanüsse, Cashewkerne, Pinienkerne, Süß- und Krachmandeln, Erdnüsse, Maronen Eicheln, Buchhäcker und Zirbelnüße.
Speziell auf die Mandel wurde nochmals unter „Häufige Fragen“ gesondert ausführlich eingegangen; die hier aufgeführten Süß- und Krachmandeln sind aber unbedenklich!
Alle Nüsse, die das Tier selber öffnen kann sollten mit Schale gegeben werden damit es die ständig nachwachsende Schneidezähne abnützt.
Es gibt Mischungen, die auch getrocknete Pilze enthalten, die die Tiere auch in freier Natur essen würden.
Von Gemüse ist weitgehend abzuraten. Vor allem Kohlsorten und Salate führen zumindest zu Blähungen. Tomaten sind in nicht ausgereiftem Zustand sogar, wie die meisten Nachtschattengewächse, giftig. Dabei handelt es sich um ein Alkaloid, dem Solanin.
Entgegen der landläufigen Meinung gehören Gurken nicht zu den Gemüsesorten sondern sind Beeren und können verfüttert werden.

Tierische Produkte:
Hörnchen benötigen tierisches Eiweiß. Im Allgemeinen bekommen sie das über im Handel erhältliche Lebendinsekten und Larven.
Am verbreitetsten ist die Fütterung von Mehlwürmern (ca. 3 Stück am Tag, alle 4 Tage ein Tag Pause) aber es werden auch Schwarzkäferlarven (Zophobas) und Heimchen verfüttert. Der Panzer von Insekten enthält Chitin, dass im Übermaß verfüttert, die Leber schädigt. Man muss dieses „Lebendfutter“ also mit Verstand und kontrolliert verfüttern. Am Besten, man nimmt die hellen, frisch gehäuteten Larven, da ist der Chitingehalt niedrig.
Auch sind Mehlwürmer z.B. sehr fett.
Sollte das Streifenhörnchen Lebendnahrung verweigern gibt es Alternativen. Möglich ist Hunde- und Katzentrockenfutter, frisches Tatar und gekochtes Eiweiß.
Abgeraten wird wegen einer verbreiteten Laktoseunverträglichkeit von Milchprodukten.

Gesamtnahrungsaufnahme: ca. 15 gr. Am Tag – 10-15% des Eigengewichts. Menge bezieht sich auf ein Tier zwischen 75 und 120 gr.

4. Besondere Nahrung

Zur Grundausstattung eines Hörnchenkäfigs gehören eine Salz-/Mineralleckstein und eine Sepiaschale.
Auch handelsübliche Knabberstangen gehören in den Käfig wobei hier die Beschäftigung im Vordergrund steht. Hirse- und Maiskolben und frische Tannen-, Lärchen- und Kiefernzapfen oder sogar ein geöffneter Pinienzapfen zwingen das Tier sich länger mit diesen zu beschäftigen um an das Futter zu kommen.
Bei geschwächten und abgemagerten Tieren, vor allem in der Krankheits- und Erholungsphase oder während der Jungtieraufzucht, hat sich eine Mischung von Babybrei (Getreide und Obst), gemahlenen Nüssen und einem Tropfen Honig oder etwas Traubenzucker (Dextroenergen) bewährt. Diesen Brei kann auch mit einer kleinen Spritze direkt in das Maul geben.

5. Flüssigkeitsversorgung

Möglichst täglich frisches Wasser.
Bei Problemen oder zur Stärkung der Gesundheit kann dünner Kamillentee verabreicht werden.
Vorsicht: Die Tiere scheinen nach unserer Beobachtung einen Hang zu abgestandenem Wasser (Gieskannen, Luftbefeuchter, Pflanzenuntersetzer) zu haben. Man wird das nicht ganz ausschließen können aber aufgrund der starken möglichen Verkeimung oder der Anreicherung mit Düngerstoffen bitte so weit wie möglich unterbinden.

Gesamtwasserbedarf: 10 bis 20 ml Wasser/Tag. Menge bezieht sich auf ein Tier zwischen 75 und 120 gr.

6. Das ist nix!

Wie viele anderen Nager reagieren Burudunks auf eine zu hohe Zufuhr von Zucker mit Diabetes. Auch wenn sie es gerne fressen – Schokolade, Nutella, gezuckerte Eier- und Mehlspeisen, Joghurt und Bonbons haben auf dem Speiseplan nichts verloren.
Erwähnt wurden schon die Milchprodukte. Viele Tiere vertragen keine Milchprodukte, diese Unverträglichkeit ist weitaus weiter verbreitet wie z.B. beim Menschen.
Joghurt (ungesüßt) enthält zwar keine Laktose, aber auch die Joghurtkulturen sind ein Problem für die Verdauung von Streifenhörnchen.
Nicht nur die Liebe geht sprichwörtlich durch den Magen, bei nicht tiergerechter und falscher Ernährung kann auch das Sterben durch selbigen gehen. Ganz egal, wie gut es gemeint war!