1. Zoologische Zuordnung und Historie

1.1. Stammbaum und Namen:

Gruppe:                      Nagetiere (Rodentia)
Untergruppe:             Hörnchenverwandte (Sciuromorpha – „Schattenschläfer“)
Familie:                      Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie:             Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae – „Schattenschwanz“)
Gattungsgruppe:       Erdhörnchen (Marmotini)
                                   oder: Backen- oder Streifenhörnchen (Tamiini)
Gattung:                    Backenhörnchen (Tamias – „Herr, Gebieter“)
Untergattung:           Asiatisches Backenhörnchen (Eutamias)
Art:                             Asiatisches Streifenhörnchen, Burunduk (Eutamias sibiricus)
Unterart:                    (Eutamias sibiricus sibiricus)
                                   (Eutamias sibiricus lineatus)
                                   (Eutamias sibiricus striaus)
                                   (Eutamias sibiricus orientalis)
                                   (Eutamias sibiricus jacutensis)

Die Unterarten unterscheiden sich wie folgt:

Eutamias sibiricus sibiricus, Zentralsibirisches Streifenhörnchen:

Habitat ist Zentral Bashkirien (Russland). Das Zentralsib. Streifenhörnchen lebt dort in den Pinienwäldern um Tomsk und am Yenisei sowie südlich der Quellgebiete des Amur und in der Kirin Region (China).

Das Tier ist dem Westsibirischen Streifenhörnchen, Eutamias sibiricus striaus, sehr ähnlich, allerdings sind die schwarzen Streifen breiter und das Hinterteil tendiert dazu eine rötlich/zimtfarbene Tönung zu haben

Eutamias sibiricus striaus, Westsibirisches Streifenhörnchen:

Das Westsibirische oder auch Europäische Streifenhörnchen kommt im Westen der Wolga bis zu den südlichen Gebieten der Halbinsel Kama vor. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich im Osten bis an den Ural und nach Tobolsk.

Seiner Fellfarbe fehlt der rostrote Farbstich und die schwarzen Streifen liegen sehr dich beieinander.

Eutamias sibiricus jacutensis, Jakutisches Streifenhörnchen:

Es bevorzugt, wie der Name sagt, die Gebiete Jakutsiens (heute Provinz Sacha), vor allem die Halbinsel Kamtschatka.

Es hat den geringsten Streifenabstand und ist sehr blaß (gräulich).

Eutamias sibiricus orientalis, Orientalisches Streifenhörnchen:

Dieses hauptsächlich in der Mandschurei (China) und in der südl. Region des Ussuri vorkommende Streifenhörnchen bevorzugt maritime Gegenden.

Es ist das farblich ausgeprägteste Streifenhörnchen und sehr rötlich.. Diese Unterart spielt wahrscheinlich bei der Züchtung der „Zimtfarbenen Streifenhörnchen“ eine entscheidente Rolle.

Eutamias sibiricus lineatus, Sibirisches Streifenhörnchen:

Der Name ist irreführend, da diese Unterart hauptsächlich in Korea, von der japanischen Inseln Hokkaido und der russischen Halbinsel Sachalin stammt. Nur Letztere kann man zu Sibirien rechnen.

Dieses Tier ist das eigentlich als Heimtier gehaltene Streifenhörnchen und wird auf dieser HP ausführlich behandelt.

Zu den bekannten Farbschlägen „grau“ und „zimt“ kam es durch natürlicher Vermischung bei Überschneidung der Lebensräume und bewusster Einkreuzung der anderen Unterarten.

 

1.2. Abstammung:

Die Hörnchen allgemein stammen offensichtlich vom Paramys, einem Kleinsäuger des Eozän (vor 54 Mill. Jahren) ab. Sie sind damit wesentlich älter wie vergleichsweise die Mäuse.
Das Paramys besaß bereits einen buschigen Schwanz und hatte auch sonst viele körperliche Merkmale des heutigen Eichhörnchens, Sciurus vulgaris, wie auch das Gebiss mit den fehlenden Eck- und vorderen Backenzähnen.
Eine weitere Vorstufe ist die vom Paramys abstammende Familie der Ischyromydae, die ebenfalls ausgestorben ist.
Als Vorläufer der Streifenhörnchen gilt der Nototamias aus dem Oligozän.
Die Unterart Tamias wird zum ersten Mal im Miozän nachgewiesen, also vor 14 Millionen Jahren. Die Eiszeiten wurden nach neueren Erkenntnissen in isolierten Waldgebieten Nordamerikas überstanden. Diese Tiere wanderten also nicht, wie andere Säugetiere, in Richtung Äquator. Die Spezialisierung des Streifenhörnchens auf einen nördlichen, kälteren Lebensraum scheint zu einer Verkleinerung gegenüber Hörnchenarten in gemäßigten Breiten geführt zu haben.

Die Gattung der Tamias hat sich heute in drei Untergattungen aufgeteilt, wobei 2 dieser Untergattungen nur jeweils ein Mitglied besitzen:

Untergattung Tamias

Streifen-Backenhörnchen, Östlicher Chipmunk, Tamias striatus, östliches Nordamerika

Untergattung Eutamias

Asiatisches Streifenhörnchen, Eutamias sibiricus, Sibirien, Mongolei, nördl. China, Korea, Hokkaido, Finnland

Untergattung Neotamias

Merriam-Chipmunk, Tamias merriami, südliches Kalifornien
Kalifornischer Chipmunk, Tamias obscurus, südliches Kalifornien, Baja California
Gebirgs-Chipmunk, Tamias alpinus, Sierra Nevada
Palmer-Chipmunk, Tamias palmeri, südliches Nevada
Buller-Chipmunk, Tamias bulleri, Durango, Zacatecas, Jalisco
Sonoma-Chipmunk, Tamias sonomae, nordwestliches Kalifornien
Townsend-Chipmunk, Tamias townsendii, Washington, Oregon
Siskiyou-Chipmunk, Tamias siskiyou, südwestliches Oregon
Allen-Chipmunk, Tamias senex, Oregon, nördl. Kalifornien
Gelbwangen-Chipmunk, Tamias ochrogenys, nordkalifornische Küstenregion
Langohr-Chipmunk, Tamias quadrimaculatus, Sierra Nevada
Graufuß-Chipmunk, Tamias canipes, New Mexico
Durango-Chipmunk, Tamias durangae, Durango, Chihuahua, Coahuila
Grauhals-Chipmunk, Tamias cinereicollis, Arizona, New Mexico
Gelber Fichten-Chipmunk, Tamias amoenus, British Columbia, nordwestliche USA
Uinta-Chipmunk, Tamias umbrinus, zentrale westliche USA
(Unterart Tamias umbrinus nevadensis vermutlich ausgestorben - letzte Sichtung 1960)
Rotschwanz-Chipmunk, Tamias ruficaudus, British Columbia, Washington, Montana
Lodgepole-Chipmunk, Tamias speciosus, Sierra Nevada
Kleiner Chipmunk, Tamias minimus, westliches und zentrales Kanada, westliche USA
(Unterart Tamias minimus atristriatus stark bedroht!!)
Panamint-Chipmunk, Tamias panamintinus, südöstl. Kalifornien, westl. Nevada
Colorado-Chipmunk, Tamias quadrivittatus, zentrale westliche USA
Hopi-Chipmunk, Tamias rufus, Utah, Arizona
Felsen-Chipmunk, Tamias dorsalis, zentrale westliche USA, nordwestl. Mexiko
(Zitat 7)

Nicht zu den Streifenhörnchen gehören die Palmhörnchen, Funambulus palmarum, und das Chinesische Baumstreifenhörnchen, Tamiops swinhoei, auch wenn sie in ebenfalls eine Streifenzeichnung besitzen.
Auffallend ist, dass Hörnchenarten des Nordens oder weit im Süden (z.B. Afrikanische Zwerghörnchen, Myosciurus pumilio) kleiner sind wie die Tiere Mitteleuropas, im Süden der USA oder Zentral- bis Südasiens.
Generell ist das Hörnchen ein „Erfolgsmodell“, das alle Lebensräume außer der Arktis, den isolierten Lebensraum Australiens und Polynesiens oder anderer pazifischer Inseln erobert hat.
Es gehört zu den größten Nagetierfamilien, Sciuridae, mit 50 Gattungen und ca. 250 Arten. Erste Erwähnung als Haustier finden wir in der Veröffentlichung „Beobachtungen an einem ostasiatischen Backenhörnchen (Eutamias asiaticus, Gm.) in Gefangenschaft“ von Wolfgang Luther, erschienen 1952, in der die Haltung und die Beobachtungen bei einem Burunduk zwischen 1938 und 1940 beschrieben wird. Diese Publikation ist überraschend informativ und hervorragend beobachtet.

2. Habitat

Weißes Meer bis zum Beringmeer, Mandschurei, Mongolei, mittleres China und Nordjapan.
Inzwischen sind diese Tiere nach Westen vorgedrungen, die ersten Bestände haben sich schon in Ostfinnland angesiedelt.

In Deutschland gibt es wilde Kolonien (entwichen, ausgesetzt) in:
Aschaffenburg (Stadtpark)
im Wildpark Remagen-Rolandseck
und in Wuppertal (Zoo), diese Kolonie ist eine Kolonie von Östlichen Chipmunks.
Diese drei Kolonien sind zur Zeit noch vorhanden und werden von Hörnchenfreunden regelmäßig besucht.

Ehemalige Kolonien
Die am besten untersuchte Kolonie in Freiburg, Hauptfriedhof ist vor wenigen Jahren leider ausgestorben. (ca. 2005). Die Ursachen hierfür sind leider unbekannt.
(Quelle: Besuch des Friedhofes im Jahr 2005. Janssen, Kolmer, Kronberg)
Friedhof Lauheide in Münster (NRW), die Tiere sind wahrscheinlich vor einigen Jahren mit dem Ausrotten einer Kaninchenplage mit ausgerottet worden.
(Quelle: Besuch des Friedhofes im Jahr 2006, Kronberg)

Unbestätigte Kolonien
In der Schweiz sind solche wilden Kolonien in Genf (Botanischer Garten, rechtes Genfer See Ufer) und in Solothurn. Auch in Wien/Österreich soll eine ausgewilderte Kolonie existieren.

 

3. Beschreibung

3.1. Äußere Beschreibung:

Das Sib. Streifenhörnchen gehört zur Gattung der Erdhörnchen, ist aber ein ausgezeichneter Kletterer und hat deswegen auch eine körperliche Anpassung an dieses Leben im Laufe seiner Evolution durchgemacht.
So sind im Gegensatz zu reinen Erdhörnchen die Fußballen gepolstert um Sprünge abzufedern.
Die Krallen sind scharf und gekrümmt um sich an Holz und Borke gut festhalten zu können, im Gegensatz zu den stärkeren und fast geraden Krallen bei bodengebundenen Arten, die besser als reine Grabungswerkzeuge dienen. Auch können die Füße um fast 180° gedreht werden um einen sichereren Abstieg zu ermöglichen.
Der Schwanz ist besser ausgebildet als z.B. beim bodengebundenen Ziesel oder Murmeltier, da er als Steuerelement beim Sprung von Ast zu Ast benötigt wird.
Beim Burunduk handelt es sich um ein Tier mit 20 – 25 cm Köperlänge wobei bis zu 13 cm auf den Schwanz entfallen.
Das durchschnittliche Gewicht scheint entgegen der allgemein zugänglichen Quellen infolge von Zucht in den letzten Jahren zugenommen zu haben. Normal wird es mit 70 – 130 gr. angegeben; nach unseren Beobachtungen sind Tiere mit ca. 150 gr. keine Seltenheit, einige erreichen sogar über 200 gr. Dagegen sind Tiere mit ca. 70 gr. eher die Außnahme.
Äußerlich ähnelt das Burunduk vom Körperbau dem europäischen Eichhörnchen, erreicht aber nur ca. die halbe Größe. Auch bildet es nicht die typischen „Puschel“ an den Ohren und streckt den Schwanz zumeist nach hinten oder senkrecht in die Höhe und nicht wie ein Schutz über den Körper.
Auffälligstes Merkmal sind die Streifen. Es hat 5 Streifen die deutlich erkennbar vom Kopf zum Schwanz laufen wobei die jeweils äußeren Streifen unter dem Auge beginnen, der 2. Streifen über Auge und Ohr verläuft und der mittlere Streifen zwischen den Ohren beginnt und auf der Wirbelsäule liegt.
Im natürlichen Farbschlag sind diese Streifen dunkelbraun, fast schwarz, die Felder zwischen den Streifen und die Flanken sind heller, der Unterleib sehr hell. Oft ist das Feld zwischen dem äußeren Streifen und dem 2. Streifen heller als das Feld zwischen Mittelstreifen und dem 2. Streifen.
Auch haben diese Tiere einen typischen schwarzen Fleck direkt über der Nase.
Bekannt sind mindestens zwei weitere Farbschläge sowie verschiedene Mischformen - Zimt (rötlich) und Grau.
Verbreitet ist auch das "weiße Streifenhörnchen", das ist aber kein Farbschlag im eigentlichen Sinn, sondern eine Erscheinungsform des Albinismus, also eine krankhafte Veränderung der Gene.
Das Fell ist dicht und anliegend aber viel rauer wie z.B. bei Hamstern und nur unzureichend Wasser abweisend, anders wie bei vielen anderen Erdbewohnern. Dadurch ist es auch ausgeprägt wasserscheu.
Die großen schwarzen Knopfaugen und die rundlichen Ohren, sowie die relativ kurze Nase geben auch ausgewachsenen Tieren ein puppenhaftes Aussehen – wohl ein Grund warum sich das Streifenhörnchen einer zunehmenden Beliebtheit als Haus- bzw. Heimtier erfreut. Es spricht den „Babyinstinkt“ bei Menschen an.
Männchen unterscheiden sich von Weibchen weder in Bezug auf Gewicht, Größe oder Färbung. Im Frühjahr/Sommer sind die Hoden beim Männchen nach Erreichen der Geschlechtsreife mit ca. 10 Monaten deutlich zu sehen und ziehen sich im Herbst/Winter wieder in den Hinterleib zurück. Bei Jungtieren ist eine Geschlechterbestimmung nur über den Abstand der Anal- zur Geschlechtsöffnung zu bestimmen. Während sich beim Weibchen beide Öffnungen sehr dicht beieinander befinden ist beim Böckchen ca. 1 cm Abstand und oft ein kleiner Penis zu sehen.
Die natürliche Lebenserwartung in Gefangenschaft beträgt ca. 7 Jahre, in freier Wildbahn max. 4 Jahre. Es sind einzelne Tiere bekannt, die sogar 14 Jahre alt geworden sind.
Am Ende seines Lebenszyklus beginnt ein rascher Verfall, der mit einer Durchsetzung, vor allem des Kopffells, mit weißen Haaren beginnt. Das Tier versucht zwar agil und lebhaft zu bleiben, verfällt aber körperlich innerhalb ca. einer Woche und verstirbt.

3.2. Lebensraum und Ernährung

Das Streifenhörnchen gehört zu den ausgeprägt tagaktiven Tieren. Es scheint bei Dunkelheit schlecht zu sehen, bevorzugt aber auch das von den Wäldern seiner Heimat gewohnte gedämpfte Licht und nicht die pralle Sonne
Sie können gut klettern, verbringen aber auch viel Zeit auf dem Boden. Schlafen und das Halten der Winterruhe findet in 1- 2 m tiefen einfachen Erdbauten mit einer Schlafkammer und mehreren Vorrats- und Kotkammern statt.
Die Winterruhe tritt vermutlich bei einer Dauertemperatur von unter 10 Grad Celsius ein. Während in Sibirien diese Winterruhe über 5 Monate dauert, betrug diese in der Kolonie im wärmeren Freiburg/Breisgau nur knapp 4 Monate.
Zur Futtersuche im Herbst, mit dem Ziel Vorräte anzulegen, durchstreifen die Burudunks ein Gebiet mit einem Radius von bis zu 2 km rund um ein kleines Revier, das aus einem Erdbau, mehreren Bäumen und Sträuchern zur täglichen Futterversorgung sowie anderen Aussichtsmöglichkeiten (Steine, Felsen) besteht.
Eine Grundversorgung stellen die Zapfen der Lärche, Nüsse und Sämereien dar.
Insekten, Beeren, kl. Reptilien, Vogeleier und die Jungtiere anderer Kleinnager (Mäuse) und Vögel werden jahreszeitlich bedingt als Zusatzfutter gerne akzeptiert.
Auch wurde es beobachtet, dass Streifenhörnchen Pilze trocknen und als Wintervorrat einlagern. Da das Hörnchen einen anders ausgebildeten Verdauungsapparat hat wie z.B. der Mensch, ist es zumindest von Eichhörnchen bekannt, dass sie auch Giftpilze fressen können. Durch dessen kürzere Struktur verbleibt das Gift nicht lange genug im Körper um seine Wirkung zu entfalten.

3.3. Soziale Struktur

Das sib. Streifenhörnchen gilt als Revier bildender Einzelgänger. Ganz klar wird das soziale Geflecht aus der Literatur nicht. Es scheint Fakt zu sein, dass Burudunks auch aufgrund ihres Nahrungsbedarfs innerhalb einer Gruppe Reviere mit festen Grenzen bilden welche sie in zum Teil tödlichen Kämpfen verteidigen.
Allerdings wird innerhalb der Gruppe auch eine rege Kommunikation unter Verwendung verschiedener Pfeif und Knacklaute beobachtet, so warnt zum Beispiel ein Tier, welches von einem Beutegreifer angegriffen wird oder aus anderen Gründen glaubt fliehen zu müssen alle anderen Gruppenmitglieder durch ein stakkatoartiges Pfeifen.
Weitere Lautäusserungen und deren Bedeutung sind in der Veröffentlichung „Das Lautgebungsverhalten Japanischer Backenhörnchen Tamias (Eutamias) sibiricus lineatus“ von Peter Smit festgehalten.
Das Burunduk scheint also in freier Wildbahn innerhalb ausreichendem Lebensraum ein Gruppentier zu sein ⇒ vielleicht vergleichbar mit einer WG bei der jedes Mitglied ein eigenes „abschließbares“ Zimmer besitzt.
In Gefangenschaft ist eine Einzelhaltung fast unabdingbar!

3.4. Fortpflanzung

Das Weibchen wirft 1-2 mal im Jahr nach einer Tragzeit von ca. 30 Tagen 3-5 Junge vorzugsweise im Spätfrühling und im Spätsommer.
Die Aufzucht obliegt allein den Weibchen da die Böcke den eigenen Nachwuchs unter Umständen sogar als Zusatzfutter ansehen würden. Aber auch der Mensch wird oft als Störenfried empfunden und wütend attackiert.
Deswegen sind die Weibchen auch während der Tragzeit und der Aufzucht extrem aggressiv gegenüber Artgenossen.
Die Jungtiere kommen nackt und blind auf die Welt.
Nach ca. 14 Tagen beginnt sich das Streifenmuster durch den beginnenden Haarwuchs abzuzeichnen.
Nach 18 Tagen öffnen sich die Augen und das Gehör beginnt zu funktionieren.
Erste Ausflüge aus dem Nest und die beginnende Aufnahme von weichem Futter (Obst und Beeren) sind nach 35 Tagen zu erwarten.
Nach 50 Tagen sind die Tiere von der Muttermilch entwöhnt.
Spätestens nach einem Jahr oder mit Erreichen der Geschlechtsreife, meist früher, wandelt sich das Verhalten der Mutter von Fürsorge über Akzeptanz und Neutralität gegenüber dem eigenen Wurf zu Aggression. Die Jungtiere sind selbstständig und werden des Reviers der Mutter verwiesen.

3.5. natürliche Feinde:

Fast alle Greifvögel haben das Burunduk auf der Speisekarte, vor allem der Mäusebussard.
Der größte Feind aber ist der Marder, der ihnen zwar an Beweglichkeit nicht das Wasser reichen kann aber dafür wesentlich ausdauernder ist.
Auch Füchse, Wildkatzen und Luchse stellen den Streifenhörnchen nach.
>>In Sibirien spüren Braunbären im zeitigen Frühjahr die mehrere Kilogramm schweren, nach Futtersorten (Getreide, Samen, Pilze) in verschiedene Kammern sortierten Vorräte auf, graben sie aus und fressen dabei den noch winterschlafenden Burunduk gleich mit.<<(Zitat 1)
Der Mensch jagt die Streifenhörnchen aufgrund der Schäden, den zu große Population in der Landwirtschaft anrichten können, ihres Felles und ihres Fleisches wegen. Eine Gefährdung des Bestandes in ihrem natürlichen Habitat ist allerdings durch diese Bejagung nicht bekannt.